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www.wissenschaft-technik-ethik.de/organspende_skandal-und-konsequenzen.html

Der Organspendeskandal von 2012 und die Konsequenzen

Autorin: Cornelia Görner, Redakteurin der finanzen.de AG
(cornelia.goerner@finanzen.de)



Organspendeskandal und die Konsequenzen

Nach den Medienberichten über die Transplantationsskandale an den Universitätskliniken in Göttingen und Regensburg ist die Zahl der Organspenden in Deutschland spürbar zurückgegangen. Mit einer Reform wollen die Verantwortlichen nun erreichen, dass wieder mehr Menschen in das deutsche Organspendewesen vertrauen.


Spendebereitschaft sinkt nach Organspendeskandalen

Nach den Organspendeskandalen an den deutschen Transplantationskliniken haben viele Menschen in Deutschland das Vertrauen in das Organspendewesen verloren. Angehörige von Verstorbenen verweigern häufiger als zuvor ihre Zustimmung zu einer Transplantation, seit bekannt wurde, dass es in mehreren deutschen Kliniken Manipulationen bei der Vergabe von Spenderorganen gegeben haben soll. Viele vermuten, dass mit den bekannt gewordenen Fällen nur die Spitze des Eisbergs zutage getreten ist. Für all jene Menschen, die momentan dringend auf ein passendes Spenderorgan warten, zieht der Organspendeskandal dadurch fatale Folgen nach sich. Denn schon jetzt sterben statistisch gesehen täglich drei Patienten, weil es nicht genügend freiwillige Spender gibt.


Spitzengespräch zu Manipulationsvorwürfen

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe lud Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zu einem Spitzentreffen zwischen Politikern, Ärzten, Vertretern der Krankenkassen und Krankenhäuser, der Deutschen Stiftung Organtransplantation, der Stiftung Eurotransplant und der Deutschen Transplantationsgesellschaft, um über erforderliche Maßnahmen zu beraten. Im Kern einigten die Beteiligten sich darauf, dass die Kontrollen in den Transplantationskliniken verstärkt werden und die Prozesse der Organspende und der Transplantation insgesamt transparenter gestaltet werden müssen. Zudem sollen Regelverstöße gegen gesetzliche Vorgaben und Richtlinien künftig konsequenter bestraft und Fehlanreize für verantwortliche Mediziner abgeschafft werden. Über die Aufnahme von Patienten in die Wartelisten soll künftig nur noch im Sechs-Augen-Prinzip entschieden werden.


Neues Transplantationsgesetz zum 1. November 2012

Mit den Empfehlungen der Experten ging eine Neuerung des Transplantationsgesetzes einher, die allerdings schon vor Bekanntwerden der Organspendeskandale geplant war. Seit dem 1. November 2012 gilt in Deutschland die sogenannte Entscheidungslösung, die den Organmangel beheben soll. Künftig sind durch die Gesetzesänderung alle Krankenversicherungen dazu verpflichtet, ihre Versicherten in regelmäßigen Abständen anzuschreiben und sie zu ihrer Spenderbereitschaft zu befragen. Alle deutschen Bürger ab 16 Jahren sollen sich dann mit der Frage beschäftigen, ob sie nach ihrem Tod bereit wären, ihre Organe für schwerkranke Patienten zur Verfügung zu stellen. Zu einer Entscheidung verpflichtet wird dabei allerdings niemand. Ob die Einführung der Entscheidungslösung allein dazu führen wird, dass wieder mehr Menschen in das System vertrauen, wird jedoch vielerorts bezweifelt. Denn zunächst einmal müssen die Menschen wieder in das Organspendewesen vertrauen können.


Quellen:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/nach-transplantationsskandalen-in-deutschen-kliniken-zahl-der-organspenden-bricht-ein-1.1511129

http://www.bundesgesundheitsministerium.de/praevention/organspende/treffen-organspendevorfaelle.html

http://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/dateien/Downloads/O/Organspende/Erklaerung_Spitzengespraech_Organspende_120827.pdf


Siehe auch:

http://www.wissenschaft-technik-ethik.de/organspende_transplantation.html




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